Meine Überzeugung

Mein Ziel ist es, die Interessen unseres Wahlkreises im Deutschen Bundestag zu vertreten. Welche Beweggründe mich dabei besonders antreiben, habe ich hier im Folgenden aufgelistet.  

Klare Kante gegen rechtes Gedankengut 

Ich habe ein freiwilliges soziales Jahr beim Diakonischen Werk Heilbronn absolviert, indem ich jugendlichen Geflüchteten durch ein Patenschaftsprojekt mit jugendlichen Einheimischen die Ankunft in Heilbronn erleichtern wollte. Schon damals war ich schockiert von den alltäglichen rassistischen Anfeindungen, die sie hier erleben mussten. Doch auch die Black Lives Matter Bewegung zeigt deutlich, wie wir alle unser Denken hinterfragen und vorgefertigte Meinungsbilder überarbeiten müssen. Auch das Thema Racial Profiling, zu dem sich Herr Seehofer weigert bei der Polizei eine Studie anzufertigen zu lassen, muss angegangen und öffentliche Institutionen müssen zu dem Thema Rassismus viel stärker sensibilisiert und überprüft werden. Wir haben in Deutschland ein Rassismus-Problem, das nicht ignoriert werden darf. Das muss vor allem in einem derart einflussreichen Gremium wie dem Bundestag angegangen werden, beispielsweise durch eine Stärkung der Antidiskrimierungsstelle, des zivilgesellschaftlichen Engagements und eine Ergänzung im Grundgesetz gegen jedwede gruppenbezogene Verletzung der gleichen Würde aller.  

Feminismus

Wer sagt, dass wir in einem mehr oder weniger gleichberechtigten Land leben, hat wohl noch nicht von der sog. “Gender Pay Gap” gehört. Weitere strukturelle Ungleichheiten sind in vielen anderen Bereichen zu finden: sehr wichtig ist mir zum Beispiel der Gender Information Gap: Frauen haben bei einem Herzinfarkt andere Symptome als Männer – Geschlechter reagieren verschieden auf Krankheiten und Medizin. Dennoch wissen noch immer viele Medizinerinnen und Mediziner nicht genug über diese Unterschiede, denn jahrhundertelang wurden Tests überwiegend an Männern unter 40 Jahren durchgeführt – hier muss ein neues Bewusstsein geschaffen werden! Wir brauchen geschlechterspezifische Medikamente und Zulassungsverfahren, damit bei keiner Frau der Herzinfarkt oder andere Erkrankungen zu spät erkannt werden, nur weil sie andere Symptome als ein Mann aus dem veralteten Lehrbuch aufweist! Zudem wird die unbezahlte Care Arbeit, also die Arbeit, die bei Kindern, pflegebedürftigen Familienangehörigen und dem Haushalt anfällt, zum größten Teil von Frauen erledigt. Sie sind, laut einer SOEP Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 2015 von Judith Kaschowitz, werktags zwar gut zweieinhalb Stunden weniger erwerbstätig, kümmern sich dafür aber gut viereinhalb Stunden mehr täglich um den Haushalt und die Kinder. Dass Frauen dadurch und durch den Gender Pay Gap weniger verdienen, eine schlechtere Rente bekommen und trotzdem insgesamt mehr Arbeit leisten, kann und darf kein Zustand sein! Care-Arbeit muss auch entlohnt und der Gender Pay Gap muss wirkungsvoll, beispielsweise durch den weiteren Ausbau des Kinderbetreuungsangebots und eine umfassende Weiterentwicklung des Elterngelds bekämpft werden. 

Umweltschutz & Nachhaltigkeit 

Spätestens Greta Thunberg hat uns allen gezeigt, dass wir als junge Generation sehr wohl politisch sind und vor allem beim Thema Umwelt wissen, dass die Zeit drängt. Denn wir werden mit den Konsequenzen leben müssen, die wir heute zum Teil noch beeinflussen können. Das Geld, das aufgrund der Corona-Pandemie in die Hand genommen wird, muss klug auch in Klimaschutz investiert werden: denn alle Versäumnisse von heute werden morgen ein Vielfaches kosten, um diese auszugleichen. 

Beispielsweise brauchen wir einen Klimaplan für eine klimagerechtere Landwirtschaft, einen Waldschutzplan, um unsere heimischen Wälder bestmöglich zu schützen und auf die zukünftigen Temperaturen vorzubereiten sowie einen Plan zur Sicherstellung der Wasserversorgung aller hier lebender Menschen.  Nachhaltigkeit muss unser Handeln bestimmen – auch das des Deutschen Bundestags! Dabei müssen konkrete Nachhaltigkeitsanreize gesetzt werden für eine vollständige Kreislaufwirtschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Bewahrung der Artenvielfalt. Dafür braucht es auch eine globale Perspektive – international muss vom Bundestag aus Nachhaltigkeit überall auf der Welt gefördert werden. 

Ökologie und Ökonomie müssen Vereinbarungen treffen, um nachhaltige Konzepte umzusetzen. Dafür braucht es eine starke GRÜNE Fraktion im Bundestag, die auch in der Lage ist, diese Konzepte zu vertreten und durchzusetzen.  

Digitalisierung

Auch Digitalisierung geht ökologisch! Der Energie- und Ressourcenverbrauch der Digitalisierung ist enorm. Deswegen brauchen wir einen ökologischen Ordnungsrahmen, der sich konsequent an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausrichtet, beispielsweise durch ein Recht auf Reparatur für digitale Endgeräte. Auch die kontroversen Diskussionen zu Artikel 13 bzw. 17 bezüglich der „Upload-Filter“ haben gezeigt, dass wir jetzt zukunftsweisende Vorgaben machen müssen, welche Regeln im Internet zu herrschen haben – oder auch nicht. Doch klar ist, dass wir als Staat Hass und Hetze effektiv entgegentreten müssen. Denn das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Auch die sozialen Medien, Facebook und Co., müssen endlich rechtsverbindlich Transparenz und Datenschutz garantieren und die Steuerschlupflöcher dieser riesigen Unternehmen müssen geschlossen werden.
Außerdem ist es genauso wichtig, dass wir alle Generationen schulen, wie digitale Angebote zu nutzen sind. Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, wie essentiell ein Know-How in den digitalen Medien ist, um effektiv arbeiten zu können.  

Demokratie

Und zu guter Letzt ein Herzensanliegen von mir: die Stärkung der Demokratie. Das Erstarken von Fake News, der Querdenken-Bewegung und Co., sind meiner Meinung nach Ausdruck dessen, dass sich viele Personen heutzutage nicht mehr von der Politik mitgenommen fühlen.

Noch eine Schlussbemerkung:

Natürlich bin ich noch nicht so alt wie andere Kandidatinnen und Kandidaten. Doch das sollte nicht das entscheidende Kriterium in der Politik sein, im Gegenteil: wir müssen es schaffen, dass sich alle Menschen, egal ob jung oder alt, wieder von der Politik mitgenommen fühlen. Dafür stehe ich. Ich will die FFF-Bewegung und alle jungen Menschen, die potenziell politikinteressiert sind und sich noch keiner Partei zugehörig fühlen, mitnehmen. Ich will ihnen zeigen, dass es kein Mindestalter gibt, um Einfluss nehmen zu können. Dass unsere Stimmen genau so viel wert sind wie die anderer. Denn oftmals ist genau dieses Gefühl nicht vorhanden, obwohl wir junge Menschen gleichberechtigt zur Gesellschaft dazugehören. Dass Politik nur eine Sache älterer Menschen ist. Auch, bzw. vor allem der Bundestag sollte in seiner Zusammensetzung ein Abbild der Gesellschaft sein und das widerspiegeln. Das geht, wenn wir es schaffen generationenübergreifend, wertschätzend und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Das heißt genauso gut zuzuhören und von den Erfahrungen langjähriger Abgeordneter in einem ehrlichen, offenen Austausch auf Augenhöhe zu profitieren. Das sind meine Ambitionen.