Vortrag auf dem Symposium Nachhaltige Beschaffung

Am 4. Dezember 2019 veranstaltete die Hochschule Heilbronn auf dem Bildungscampus das Symposium Nachhaltige Beschaffung, das Thema war “Nachhaltigkeit 2020ff: (wie) sind wir noch zu retten?”. Im Rahmen der Veranstaltung hielt ich den folgenden Redebeitrag.

Sehr geehrter Herr Prof. Lenzen,
sehr geehrtes Rektorat,
sehr geehrter Herr Prof. Pfennig,
sehr geehrte Frau Prof. Ludin,
sehr geehrte Preisträger,
sehr geehrte Anwesende,

vielen Dank, dass ich hier und heute die Chance habe, meine Gedanken mit Ihnen zu teilen. Unser Thema heute: “Nachhaltigkeit, (wie) sind wir noch zu retten? Verantwortung übernehmen, aber wie?” Ich möchte meinen Beitrag mit einem kurzen Videoclip zum allgegenwärtigen Begriff der Nachhaltigkeit beginnen.

In 2007, dem Entstehungsdatum dieses Clips, verstand man unter Nachhaltigkeit wohl noch etwas anderes als heute. Das verdeutlicht allein schon ein Blick auf die zur Zeit in Madrid stattfindende 25. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Dort beschrieb UN-Generalsekretär Guterres unsere Situation wie folgt: „Der Krieg gegen die Natur muss beendet werden. Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.“

Nach dieser Einstimmung möchte ich mich in meinen Vortrag auf folgende Punkte konzentrieren:

  1. Der Begriff der Nachhaltigkeit in der Dimension Zeit
  2. Unsere ethische Verantwortung und Möglichkeiten ihrer Realisierung
  3. Umsetzung und Konkretisierung bezogen auf den studentischen Alltag
  4. Fazit

Zum Begriff der Nachhaltigkeit in der Dimension Zeit. Wenn man Nachhaltigkeit denkt, so sollte dies in Verbindung mit der Dimension Zeit geschehen. Ich behaupte, unser Zeitgefühl hat sich verändert. Wir erleben Zeit heute anders als vor der Digitalisierung unserer Welt.

Wer kennt es nicht? Man will nur kurz etwas im Internet nachschauen, nur kurz auf Instagram etwas checken und plötzlich ist eine Stunde vorbei. Wir machen etwas mit Freunden aus und schauen davor immer nochmal unsere Handys, ob der Termin kurzfristig verschoben wird, ob eine Freundin sich verspätet, oder ob einer anderen doch etwas dazwischen kommt. Und wir sagen auch selbst anders ab – wenn wir uns an dem Tag doch nicht so gut fühlen, so können wir die anderen auch während des Tages noch gut erreichen. Früher, als z.B. viele Termine und Verabredungen noch telefonisch vereinbart wurden, wäre das so nicht machbar gewesen.

Wir sind heute fast rund um die Uhr erreich- und verfügbar. Wir leben sehr gegenwartsbezogen, da sich unsere Gegenwart sehr schnell verändert. Unser Zeitempfinden wurde durch die Digitalisierung nochmals beschleunigt.

Oder in den Worten des Soziologen Hartmut Rosa: Für die vielen Güter, Optionen und Kontakte, die wir haben, stehen trotzdem nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Im Durchschnitt haben Sie jetzt also für jeden Einzelkontakt und jedes Einzelgut viel weniger Zeit. Geld und Technik ermöglichen eine Reichweitenvergrößerung, sind eine Potenz. Sie verheißen Glück und Freiheit. Der verfügbare Zeitrahmen bleibt aber derselbe.

Wenn ich an das Thema Nachhaltigkeit denke, dann denke ich an alle drei Dimensionen der Zeit: die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Für mich ist Nachhaltigkeit ein Prozess des ganzheitlichen Denkens, bei dem vor allem die Dimension der Zukunft eine wichtige Rolle einnimmt. Welche Auswirkungen wird ein Produkt auf die Umwelt haben? In welchem Verhältnis steht der kurz- und der langfristige Nutzen eines Produkts zu den Ressourcenaufwendungen? Welche Auswirkungen hat mein persönliches Handeln auf die Umwelt? Ist es nachhaltig?

Vor allem beim Thema Klimaschutz läuft uns die Zeit davon.

Wir leben und konsumieren oft, ohne die wirklichen Auswirkungen davon zu kennen, sowohl vergangenheits- als auch zukunftsbezogen. Wer kann schon wirklich sagen, wie seine Kleidung produziert wurde? Wer weiß, wo der Diesel, der gerade aus der Zapfsäule ins Auto fließt, herkommt und unter welchen Bedingungen er gewonnen wurde?

Ich glaube, dass das ein wichtiger Punkt ist, weshalb das Thema in unseren Köpfen nicht schon viel präsenter ist. Wenn wir wüssten „ich fahre jetzt Fahrrad, das spart so viel Prozent NOx und so viel Prozent CO2 ein und damit helfe ich konkret, dass der Meeresspiegel in Miami und auf den Fiji-Inseln nicht mehr weiter steigt.“ Wenn wir uns das wirklich vorstellen könnten, warum das so ist, dann wären wir ein gutes Stück weiter.

Stattdessen ist der Klimawandel für viele Menschen in Deutschland ein noch relativ abstraktes Problem. Denn wer weiß wirklich, wie sich unser Leben dadurch verändern wird? Natürlich kann man jetzt schon einige Auswirkungen erkennen. Ich erinnere nur an die aktuelle Diskussion zum Zustand der hiesigen Wälder oder an die vermehrt auftretenden Wetterphänomene wie Starkregen und Stürme. 

Es ist aber keine einfache kausale Handlungskette (wie beispielsweise: wenn ich das Wasser nicht abstelle, überflute ich mein Haus). Das Schwierige am Klimawandel ist, dass 1. er viele verschiedene Ursachen hat und nicht nur auf eine einzige zurückgeführt werden kann und 2. dass seine Folgen für uns noch nicht so klar erkennbar und konkret vorstellbar sind.

Doch es gibt bereits andere Teile der Welt, die schon viel mehr mit den verschiedenen Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben als wir.

Dazu möchte ich Ihnen stellvertretend eine Grafik aus der letzten Ausgabe der Zeit vom 28. November vorstellen und 2 Beispiele aus dem zugehörigen Artikel „Glühende Landschaften“ nennen.

Auf der Karte sehen Sie eine Simulation, wie die Erde bei einem Anstieg der Durchschnittstemperatur von 4 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter aussehen würde.  

Ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, die gelb gefärbten Bereiche zeigen die dann zu unbewohnbaren Wüsten gewordenen Gebiete, die schwarz eingefärbten Flächen markieren die durch Dürre, Überschwemmungen und Extremwetterlagen ebenfalls unbewohnbar gewordenen Bereiche unserer Kontinente. Eine erschreckende Vorstellung, oder?

Wie sich der Klimawandel bereits heute darstellt, möchte ich an 2 Beispielen veranschaulichen: Kapstadt, in Südafrika, ging im Januar 2018 als erster Stadt der Welt das Wasser aus. Die Menschen fühlten sich ausgeliefert, die Behörden griffen zu drastischen Mitteln. Wer heimlich Brunnen bohrte, musste hohe Geldstrafen zahlen. Wer Aufrufe zum Wassersparen ignorierte, fand seinen Namen im Internet angeprangert.

Aber jetzt, nach der Krise – die zum Glück überstanden wurde- geht es weiter wie davor. Die einen füllen ihre Swimmingpools, die anderen in den ärmeren Vierteln, bekommen Zählgeräte in den Häuser angebracht, die jedem Haushalt nach 350 Litern Verbrauch das Wasser für den Tag abschalten. Ein deutscher Vier-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich 500 Liter pro Tag!

Dort aber leben meist viel mehr Menschen unter einem Dach als bei uns. Auch wenn Kapstadt jetzt wieder ausreichend Wasser hat, so herrscht in 4 von 6 Provinzen Südafrikas weiter Dürre. Hilfskonvois bringen Wasser dorthin – 10 Liter täglich pro Person.

Ein zweites Beispiel liegt fast direkt vor unserer Haustür. Es bezieht sich auf die Provinz Zeeland in den Niederlanden. Wenn es um den steigenden Meeresspiegel geht, gibt es kaum eine Idee, die die Niederländer nicht schon einmal probiert hätten. Die Signal Group, eine Experten-Runde, die die Regierung in Den Haag vor neuen Bedrohungen warnt, meldete im Frühjahr 2018, dass der Meeresspiegel an der Nordseeküste sehr viel höher steigen könnte, als die bis dahin angenommenen 100 Zentimeter. Womöglich auf 2,3 Meter oder mehr. 18 Meter bis 2300- für dieses mögliche Szenario haben Klimaforscher in einer niederländischen Wochenzeitschrift eine Landkarte gezeichnet; Das Oosterschelde-Wehr und die Provinz Zeeland mit ihren mittelalterlichen Städten können dann nur noch Taucher besichtigen. Von Amsterdam ragen ein paar hohe Gebäude aus dem Wasser, Rotterdams Hafen muss 80 Kilometer landeinwärts verlegt werden. Brüssel liegt am Meer, das deutsche Meppen an der Mündung der Ems, von den Nordseeinseln ist nichts mehr zu sehen. Entsprechendes gilt für die deutschen Küstenstädte: sie wären unter Wasser.

Kurz nach der Warnung spielten Wissenschaftler am Computer mehrere sogenannte „Adaptionspfade“ durch: Die Niederlande als Festung hinter gigantischen Deichen, als eine Art „löchrige Badewanne“, in die das Wasser eindringen und Sumpfgebiete schaffen darf, oder als Archipel mit Inselstädten. Schlussendlich auch mit der Option, Land aufzugeben. „Eine Region wie Zeeland“, sagt Haasnoot – die interviewte Wissenschaftlerin – „müssen wir vielleicht der Natur zurückgeben und andere Siedlungsgebiete suchen.“ Das könnte bedeuten, dass bis zu 400.000 Menschen umsiedeln müssten. In der zitierten Wochenzeitung (Vrij Nederlands) heißt es, dass man schon einmal Deutsch als Pflichtfach in den Schulen einführen solle.

Natürlich wird auch weiterhin viel ausprobiert um dem Klimawandel zu begegnen, doch man merkt, dort, in unserem Nachbarland, sind die Auswirkungen und der große Einfluss, den diese auf unsere Zukunft haben, schon spür- und vorstellbarer.

Mir zeigen diese Beispiele: Wir müssen die zeitliche Dimension Zukunft viel stärker als bisher in unser Denken und Handeln miteinbeziehen. Auch wenn wir noch nicht genau abschätzen können, wie diese genau aussehen wird.

Und damit komme ich zum zweiten Punkt meines Vortrags, unsere ethische Verantwortung und die Möglichkeiten einer erfolgreichen Realisierung.

Angesichts dieser inzwischen unbestreitbar gewordenen Faktenlage zum Klimawandel ergibt sich für mich die Frage, wie kann man der sich daraus ergebenden ethischen Verantwortung für ein klimaneutrales, umweltschonenden Verhalten gerecht werden? Wie kann die von UN-Generalsekretär Guterres geforderte Änderung des Lebensstils erreicht werden? Wie können wir ganz praktisch ein Bewusstsein von der Notwendigkeit von Klimaschutz erzeugen und in den Köpfen der Menschen fest verankern?

Dies würde ich parallel mittels zweier verschiedener Ansätze versuchen zu erreichen: zum einen durch klassische Werbung – Werbung für den Klimaschutz – und zum anderen durch konkrete Anreizsysteme seitens der Politik.

Lassen Sie mich das kurz erläutern. Starten wir mit einem kurzen Video als Einstieg.

Wie viel Autowerbung gibt es allein in Deutschland, wie viele Bilder davon sind bei Ihnen im Kopf präsent, allein nur dann, wenn ich das Stichwort Autowerbung sage?

Dasselbe sollte auch zum Thema Klimaschutz der Fall sein. Man sollte dabei nicht nur an Katastrophen, an mahnende Hände und an ein schlechtes Gewissen denken – nein, Klimaschutz sollte auch positive Gefühle erzeugen und Spaß machen. Man sollte es mit positiven Bildern assoziieren – Bäume, Blumen, BUGA, eine lebenswerte Innenstadt mit dem Fokus auf Menschen anstatt auf Autos, mit einem guten Gewissen sich für eine bessere Welt einzusetzen.

Doch genau dieses gute Gewissen kann sich für mich noch nicht einstellen, da ich den zweiten Punkt: ein konkretes Anreizsystem seitens der Politik vermisse.

Gäbe es ein System, das mir genau sagen würde, welche Auswirkungen mein tägliches Handeln hat und wie ich schnell manche Handlungen gegen andere mit klimafreundlicheren Folgen austauschen könnte, wäre mir persönlich sehr geholfen.

Ich wünsche mir von der Politik eine starke Rahmengebung, die die Menschen belohnt, die sich umweltfreundlich verhalten. Konkret würde ich mir beispielsweise wünschen, dass auf jedem Produkt gekennzeichnet werden müsste, wie viel CO2 und NOx zur Herstellung emitiert wurde und was der Durchschnitt in dieser Sparte ist. Jeder könnte sich dann noch das Produkt kaufen, das er selbst will, doch wenn ich Wert darauf lege, klimafreundlich mich zu verhalten, dann könnte ich ganz leicht erkennen, welches Produkt für mich die bessere Wahl wäre. Dies alles vorher zu Hause zu recherchieren ist schlichtweg nicht leistbar. Daher  wünsche ich mir hierfür starke Orientierungshilfen.

Und damit bin ich am dritten Punkt meines Vortrags angelangt: wie können die Erfordernisse nachhaltigen Handelns in den studentischen Alltag implementiert und praktisch umgesetzt werden?

Voraussetzung dafür ist, dass alle gesellschaftlich relevanten Institutionen wie Schulen und Hochschulen, sich eingehend mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz befassen.

In Bezug auf unsere Hochschule Heilbronn mit ihren verschiedenen Campi heißt das folgendes: Es beginnt schon mit der Anfahrt zum Campus: am Campus Schwäbisch Hall beispielsweise gibt es ein Projekt namens „Nachhaltige Mobilität am Campus – kurz NaMoCa“, das Studierenden ermöglicht, mit einem umweltschonenden Verkehrsmittel an den Campus zu gelangen, beispielsweise mit E-Bikes oder mit Elektrobussen.

Ferner soll die komplette Hochschule Pappbecher-frei werden. Ein auf den ersten Blick hin vielleicht nicht sehr wichtig erscheinendes Anliegen, das aber bei näherer Betrachtung sich insofern als bedeutsam herausstellt, wenn man weiß, dass sich der Pappbecherverbrauch in Deutschland von 2000 bis 2017 mehr als verdoppelt hat und von 31,9 auf 65,3 Kilotonnen gestiegen ist.

Auch das Thema Plastikverpackungen soll angegangen und eine Fair-Trade Zertifizierung an unserer Hochschule ebenfalls auf den Weg gebracht werden.

Sehr froh bin ich, dass es an der Hochschule ein Nachhaltigkeitsreferat gibt, das aus einer Wissenschaftlerin, einer geringfügig Beschäftigten und aus studentischen Hilfskräften besteht.

Zukünftig soll auch ein jährlicher Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht werden. Sehr gut, dass das Thema nachhaltig finanziert und gefördert wird.

Auch im Hinblick auf die Situation an den Schulen ist umweltbewusstes Handeln dringend erforderlich. Stichwort: die Fridays for Future Bewegung. Es ist in meinen Augen sehr wichtig, dieser Generation von jungen Menschen den Raum zu geben, den sie braucht, um ihr Bewusstsein, ihre Werte entwickeln und entfalten zu können.

Das ist unter anderem natürlich auch eine Aufgabe der Hochschulen, da wir Studierende während unserer Zeit hier unsere Persönlichkeit entscheidend ausbilden und prägen.

Wir brauchen ein „out-of-the-box“ Denken, wir müssen ganzheitliche Ansätze entwickeln können. Daher gilt es, das Thema Nachhaltigkeit auszubauen und uns Studierenden eine ganzheitliche Bildung mitzugeben.

Ganzheitliches Denken in jedem einzelnen Fach muss die Grundlage hierfür sein. Dazu gehört für mich auch, dass wir Zeit haben, uns mit wichtigen Themen fächerübergreifend auseinandersetzen zu können.

Deshalb plädiere ich dafür, dass wir zukünftig mehr nachhaltige Angebote im Studium Generale haben und dass das Thema Nachhaltigkeit in den Bildungsplänen verankert wird. Diese stellen genau den Rahmen dar, innerhalb dessen wir uns theoretisch mit nachhaltigen Inhalten auseinandersetzen und diese im Nachgang, dann praktisch, Tag für Tag umweltbewusst umsetzen können.

Wir brauchen neue Maßstäbe, an welchen wir uns orientieren, nach denen wir leben und nach denen wir streben können. Meiner Meinung nach könnte uns Kant’s kategorischer Imperativ dabei gut leiten: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. “

Übertragen auf unsere heutige Zeit und den heutigen Kontext heißt das für mich: Wie kann ich möglichst nachhaltig leben, um einen positiven Beitrag zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen zu leisten? Genau mit dieser Frage haben sich Schüler unterschiedlicher Schulen des Landkreises Heilbronn beim 1. SDG – Jugendgipfel in Heilbronn befasst. Dazu ein kleiner Einblick:

Doch auch wir Studierende können unser studentisches Leben in Heilbronn nachhaltiger gestalten. Nachfolgend ein paar kleine Anregungen:

  • Wer von uns kennt es nicht – wir sehen nachhaltige Kleidung – doch leider mit für uns viel zu hohen Preisen versehen. Hier in Heilbronn gibt es mehrere gute Second Hand Shops – einfach mal reinschauen!
  •  Thema Einkaufen: hier gibt es mittlerweile einen tollen Unverpackt-Laden. Einzelne Supermärkte haben ebenfalls schon unverpackte Waren in ihrem Sortiment. Außerdem ist es auf dem Wochenmarkt gar nicht so teuer wie oft behauptet wird: man umgeht den Zwischenhandel, indem man direkt beim Erzeuger kauft.
  • ÖPNV – ich weiß, um die Zuverlässigkeit des ÖPNV’s in Heilbronn ist es nicht gerade gut bestellt, aber mit dem Semesterticket ist man komplett flexibel und leistet einen guten Beitrag zum Umweltschutz. Oder man fährt mit dem Fahrrad – wenn ich beim Feierabendverkehr an den Autos vorbeiradeln kann, ist das schon ein gutes Gefühl und außerdem kann ich viel besser einschätzen, wann ich wirklich ankomme.
  • Essen – Die Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch setzt 27 Kilogramm CO2 frei. Wer nicht darauf verzichten will, hat hier eine sehr gute Auswahl bei vielen verschiedenen Metzgern.
  • Stoffbeutel und Plastikvermeidung – in jedem Supermarkt gibt es Stoffnetze. Am schlechtesten für die Umwelt sind übrigens die kleinen Tüten, die es am Gemüseregal hängen. Sie sind besonders dünn und werden mit der Zeit zu Mikroplastik. Das gelangt ins Grundwasser und am Ende der Nahrungskette essen wir es.
  • Und zuletzt ein allgemeinerer Tipp zur Vorweihnachtszeit: Es gibt auch Adventskalender, mit denen man für einen Euro am Tag, weltweit nachhaltige Projekte unterstützt. In meinen Augen eine wunderbare Möglichkeit sich vom üppigen Verpackungsmüll dieser Produkte zu verabschieden, nachhaltig zu handeln und gleichzeitig Freude zu schenken.

Diese Aufzählung ließe sich natürlich noch um ein Vielfaches erweitern, wie wir wohl alle wissen.

Abschließend möchte ich sagen:

Nach allen bislang gesicherten Daten der Wissenschaft stehen wir heute vor einer Frage, wie sie sich meiner Meinung nach in der Geschichte der Menschheit so noch nie gestellt hat: Können wir unsere Lebensgrundlagen erhalten, können wir die alles bedrohende Erderwärmung noch begrenzen, damit unsere Erde weiterhin ein lebenswerter Planet sein wird?

Diese Frage berührt unser gesamtes Leben, sie betrifft unsere Art des Wirtschaftens, des sozialen Zusammenlebens und den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.

Viele Menschen, auch viele junge Menschen in meinem Alter, haben dieses grundlegende Problem erkannt und setzen sich heute schon für eine nachhaltigere Zukunft ein. Das Thema prägt uns stark und wir haben Angst vor einer ungewissen Zukunft, weil dem Klimawandel und seinen Konsequenzen nicht die Bedeutung zugemessen wird, die ihm als globale Herausforderung gebührt.

Deshalb brauchen wir Unterstützung – Unterstützung seitens der Hochschule, Unterstützung seitens der Stadt, Unterstützung von allen möglichen Seiten. Unterstützung bei der praktischen Umsetzung klimafreundlichen Verhaltens und Unterstützung bei der Vermittlung der Bedeutung des Themas an andere. Und daher bin ich auch sehr froh, dass es diese Tagung heute gibt.

Es muss gelingen, die Mehrheit der Bevölkerung auf diesen Weg mitzunehmen. Und dafür wünsche ich mir, wünsche ich uns allen mehr Aufklärung, positive Werbung für den Klimaschutz und nachhaltiges Denken durch ganzheitliche Bildung.

Von einer Sache bin ich jedoch überzeugt: jeder kann seinen eigenen individuellen Beitrag dazu leisten. Jeden Tag!

Deshalb: Packen wir es an!